Ackerflächen gehören flächenmäßig zu den wichtigsten Ökosystemen in Deutschland. Sie bedecken rund 30% der Fläche und bieten Lebesraum für über 350 verschiedene Pflanzenarten.

Äcker stellen mit rund 30 Prozent der Landesfläche neben dem Wald die heute flächenmäßig wichtigsten Ökosysteme in Deutschland dar. In diesem intensiv bewirtschafteten Lebensraum sind rund 350 Pflanzenarten zu Hause, also etwas mehr als 10 Prozent der mitteleuropäischen Gefäßpflanzenflora […] Der Siegeszug der Agrarforschung fand auf Kosten der Biodiversität im Ackerland statt[…]Sie erfüllt mit ihren kennzeichnenden Pflanzen und Tieren auch wichtige ökosystemare Dienstleistungen wie etwa Bestäubungs- und Regulationsfunktionen in den Acker-Lebensgemeinschaften […]. Es ist bis heute nicht gelungen, eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Landwirtschaft zu etablieren, in der die Ertragsfunktion in sinnvoller Weise mit anderen Landschaftsfunktionen wie dem Erhalt der lebensraumtypischen Artenvielfalt verknüpft wurde. Um dringend notwendige Mindestrefugien für die Biodiversität im Ackerland zu schaffen, ist zweierlei nötig: Eine praxistaugliche Aufarbeitung unseres Wissens über die Ökologie der Ackerwildpflanzen und ihrer Bestandessituation, sowie eine sachlich geführte Debatte, um die Bedürfnisse eines modernen marktorientierten Ackerbaus mit den Mindestanforderungen des Biodiversitätsschutzes in Einklang zu bringen.

(Stefan Meyer, Werner Hilbig, Kristina Steffen und Sebastian Schuch Ackerwildkrautschutz - Eine Bibliographie; BfN-Skripten 351; 2013;)
PDF auf www.bfn.de (Stand: 06.05.2020)

Pflanzen im Untersuchungsgebiet

Klatschmohn (Papaver rhoeas)

Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia)

Kornblume (Cyanus segetum)

Kl. Habichtskraut (Hieracium pilosella)

Margerite (Leucanthemum vulgare)

Wiesensalbei (Salvia pratensis)

Tiere