Methoden

Die Anwendung von Intelligenten und gezielten Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung von nicht genutzten Flächen soll die Artenvielfalt deutlich messbar erhöhen. 

Ökologische Aufwertungsmaßnahmen außerhalb der Ackerfläche (off-crop)  

Im UG Lößriegel bestehen die im Folgenden beschriebenen Zwischenflächen ohne Ackerstatus, die mit einfachen Mitteln ökologisch aufgewertet werden können. Die Aufwertungen beziehen sich auf das Vegetationsmanagement vorhandener Grünflächen und -streifen sowie der "grünen", also unbefestigten Wirtschaftswege, das Pflegemanagement von vorhandenen Hecken und Feldgehölzen sowie der Kleingewässer im UG. Wo es an struktureller Vielfalt mangelt sollen Kleinstrukturen eingebaut und Nisthilfen angeboten werden.

Vegetationsschnitt

Mit einem gezielten Mahdmanagement kann die Höhe, Dichte und Zusammensetzung der Vegetation sowie darin enthaltener Rohbodenanteile gesteuert werden. Gleiches gilt für das Blütenmanagement durch räumlich, zeitlich versetzte Mahd, welche lange Blühtermine durch unterschiedliche Entwicklungsstadien der Vegetation fördert. Dadurch werden wichtige Habitatelemente für Tagfalter, Wildbienen, Heuschrecken und Brutvögel geschaffen. Stängelerhalt auf Teilflächen über den Winter berücksichtigt die Entwicklung und den Schutz von Ei- und Larvalstadien.

Mahd mit Beräumung des Schnittgutes führt langfristig zur Aushagerung der Böden. Wildstauden bevorzugen mehrheitlich magere Standortverhältnisse, wie z.B. die stark gefährdete Ackerwildkraut-Gesellschaft der Acker-Lichtnelken-Rittersporn-Ackerwildkrautflur. Der Vegetationsschnitt sollte tierschonend mit einem Mähbalken mit Doppelmessermähwerk durch Hochschnitt auf ca. 10 cm Höhe erfolgen.

Staffelmahd

Grünstreifen, Streuobstwiese

Auf dem Grünstreifen an der westlichen Grenze des UG und ab dem 2.Monitoringjahr auf der extensiven Streuobstwiese im Südosten des UG, können durch die beschriebenen Pflegemaßnahmen sowohl die Blühwilligkeit, als auch der Blühzeitraum auf den Flächen optimiert werden. Die Mahdzeitpunkte der Teilflächen sind dabei Juni und Oktober. Die Teilfläche, die im Juni gemäht wird blüht bis zum Oktober wieder durch. Bei größeren Flächen wie dem Grünstreifen sollten den Winter über Stängel erhalten werden. Die Mahd dieser Teilflächen erfolgt im April, wenn die Stängelnister unter den Insekten ihre Nisthabitate verlassen haben. Bei allen Mahden sollte, soweit möglich, das Schnittgut zu Zwecken der Aushagerung beräumt werden.

Die Mahdzeitpunkte der Teilflächen sind dabei Juni und Oktober. Die Teilfläche, die im Juni gemäht wird blüht bis zum Oktober wieder durch. Bei größeren Flächen wie dem Grünstreifen sollten den Winter über Stängel erhalten werden. Die Mahd dieser Teilflächen erfolgt im April, wenn die Stängelnister unter den Insekten ihre Nisthabitate verlassen haben. Bei allen Mahden sollte, soweit möglich, das Schnittgut zu Zwecken der Aushagerung beräumt werden.

Grünstreifen

Grüne Wege

"Grüne" Wege bilden durch ihre länglichen Formen Vernetzungselemente von unterschiedlichen Lebensräumen. Fahrspuren können als Laichgewässer, genügend Niederschläge vorausgesetzt, von Amphibien genutzt werden.

Vor allem die unbefestigten Feld- und Wirtschaftswege im UG bieten bei entsprechendem Pflegemanagement Vegetationsstrukturen und Lebensraum für viele Tierarten, wie Spinnen und Laufkäfer. Bei der Pflege der grünen Wege sollte auf Düngung und Herbizideinsatz verzichtet werden. Die Mahd der Wegraine sollte einmal pro Jahr wechselseitig erfolgen. Eine indirekte Blüten- und Strukturförderung an den nährstoffreichen Standorten erfolgt auch hier durch Aushagerung. Im UG wirken die grünen Wege als Saum- und Bandstrukturen vernetzend zu den Blühstreifen, Bracheflächen, dem Saum im Grünstreifen, der den Charakter einer Salbei – Glatthaferwiese aufweist, den bestehenden Hecken und Feldgehölzen sowie zu den Landschaftselementen der Nuss- und Obstbäume.

Grüner Weg - grasdominiert

Grüner Weg mit Magervegetation

Grüner Weg mit Rohboden

Hecken und Feldgehölze

Auf den Grünstreifen (Westgrenze UG) vorhandene Hecken und Feldgehölze bilden wie die unbefestigten Wege lineare Strukturelemente und dienen der Vernetzung mit anderen vorhandenen Lebensräumen. Der Pflegeschnitt der Gehölze erfolgt von Anfang Oktober bis Ende Februar jährlich bei 30 – 50% des Bestandes. Solitärsträucher werden dabei herausgestellt, anfallendes Totholz wird zur Anlage von Kleinstrukturen verwendet. Alle 5 - 10 Jahre werden einzelne Bäume auf Stock gesetzt. Alle 10 – 25 Jahre wird maximal ein Drittel der Hecke zum gleichen Zeitpunkt auf Stock gesetzt. Der Saumstreifen wird tierschonend gepflegt (s.o.).

Die Gehölzbestandene Fläche im Quadranten B 6 sollte, unter Berücksichtigung der Vogelschutzzeiten, im Winter 2020 behutsam ausgelichtet werden. Vor ihrer Bepflanzung mit Feldgehölzen hat die Fläche Magerrasencharakter aufgewiesen. Zumindest auf einer Teilfläche sollte der Magerrasencharakter wieder entwickelt werden. Neben der Rodung von Gehölzen kann dies im Anschluss durch Aushagerung erfolgen. Bei den Schnitt- und Rodungsarbeiten anfallendes Restholz kann zur Anlage von Kleinstrukturen Verwendung finden.

Feldgehölze um Windrad

Einzelbäume, insbesondere Nuss- und Obstbäume bilden punktuelle Gehölzstrukturen und finden sich zwischen den Wirtschaftswegen und den landwirtschaftlichen Nutzflächen. Durch sie werden Nahrungs-, Nist-, Versteck- und Überwinterungshabitate geschaffen. In den Nussbäumen im UG wurden Großhöhlennistkästen für Steinkäuze angebracht. Unter den Bäumen sollte auf Düngung sowie Pestizideinsatz verzichtet werden. Nussbäume "putzen" sich in der Regel von selbst. Solange die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt ist, kann Totholz, für Totholznister am Baum verbleiben. Die Obstbäume benötigen regelmäßige Pflegeschnitte, die von Anfang Oktober bis Ende Februar durchgeführt werden können.

Anlage von Kleinstrukturen

Die Anlage von Holzlegen, Lesesteinhaufen in Kombination mit Erd- und Sandschüttungen schaffen Nahrungs-, Nist-, Versteck- und Überwinterungshabitate. Insbesondere an sonnenexponierten Stellen der Kleinstrukturen können Wildbienen, Reptilien sowie bestimmte Pflanzengesellschaften gefördert werden. Zur Förderung von Amphibien ist die Anlage in Kleingewässernähe auch im Halbschatten möglich. 

Von den heimischen Amphibienarten kommen etwa 50% auch in kleingewässerreichen Ackerbaugebieten vor. Sie benötigen Gewässer-, aber auch Landlebensräume. Wanderungen, auch über Ackerflächen, sind für viele Arten typisch. Ein Großteil der Arten ist gefährdet. Sie überwintern u.a. in Hohlräumen von Kleinstrukturen. 

Kleinstrukturen können im UG nicht auf der agraren Fläche angelegt werden, da sie bei der Bewirtschaftung hinderlich wären. Sie werden, möglichst ausgerichtet auf der Nord- Südachse als vier Querriegel in den Grünstreifen eingebaut. Im unteren Teil des Querriegels wird Boden ausgehoben. Die Grube wird anschließend mit verschiedenen Körnungsgrößen aus regionaltypischem Stein-, Sand- und Kiesmaterial (als potentielles Nisthabitat für verschiedene Tiergruppen) verfüllt. Die Steinschüttung an der Südseite der Anlage dient besonders als Nisthabitat für Reptilien. Die Nordseite des Querriegels besteht aus einer Holzlege, in deren Hohlräumen Amphibien ihr Winterquartier finden können. Zwischen der Holzlege und dem Lesesteinhaufen wird mit dem Bodenaushub der Grube verfüllt. Der Boden sollte sich spontan, möglichst mit Florenelementen der regionalen Wildkräuter Selbstbegrünen können.

Das Anstechen der sonnenexponierten Geländekante im nordwestlichen Teil des UG erfolgte am 27.03.2020. Der partielle Anstich mit einem Minibagger in vier Kassetten erfolgte vor dem Hintergrund Kleinstrukturen als Nisthabitat z.B. für Wildbienen oder Laufkäfer zu schaffen. Auf der südlich vorgelagerten Fläche wird mit der Blühsaatmischung „Lebensraum 1“ eingesät. Die Einsaatfläche fungiert als Nahrungshabitat und trägt zur Förderung einer vielfältigen Vegetation bei. 

Holzlege

Lesesteinhaufen

Vertikaler Rohboden

Künstliche Nisthabitate

Schutzziel Bienen

Von ca. 560 Bienenarten in Deutschland ist eine die Honigbiene, alle anderen sind Wildbienen. Über 50 % der Wildbienen sind Rohbodennister. Aufgrund ihrer geringen Flugradien benötigen sie auf engem Raum die Nähe von Nist- und Nahrungshabitat, sogenannter kombinierter Lebensräume.
Ausdauernd blühende, vielfältige Pflanzenbestände, wie der 300 Meter lange, eingesäte Blühstreifen im westlichen Teil des UG als Nahrungsressource und offene Bodensubstrate (Querriegel) als Nisthabitate für Wildbienen müssen innerhalb des geringen Flugradius von wenigen 100 Metern vorhanden sein. Aus diesem Grunde sollten Kleinstrukturen mit Rohbodenanteilen (Querriegel) in geringer räumlicher Nähe zu den Blühflächen im UG eingebaut werden.

Blattschneiderbiene (Megachile sp.)

Nisthilfen für Vögel

Gleiche Nisthilfen werden in einem Abstand von 10 Metern angebracht. Eine Ausnahme bilden Koloniebrüter wie der Sperling, dessen Nisthilfen in einem Abstand von 1 Meter angebracht werden können. Singvogelkästen werden in einer Höhe von 1,5 bis 3 Metern angebracht.
In den Nuss- und Obstbäumen im UG wurden durch den NVS Großhöhlenbrutkästen für Steinkäuze angebracht. Des Weiteren wurden diverse Singvogelnistkästen im Grünstreifen an der westlichen Grenze des UG in den Bäumen angebracht Auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Nähe der Nistkästen und potentieller Nahrungsquellen der Vögel sollte verzichtet werden.
Beim Aufstellen von weiteren Aufsitzstangen für Greifvögel sollte ein entsprechender Abstand zu den Windkrafträdern, aufgrund der zu befürchtenden Gefahr von Schlagopfern beachtet werden. 

Steinkauz (Athene noctua)

Kleingewässer

Kleingewässer bieten Nahrungs- und Versteckmöglichkeiten für Insekten sowie Laichmöglichkeiten für Amphibien. In der intensiv genutzten Landschaft können die Kleingewässer durch Freistellung, entsprechende Bepflanzung und kleinstrukturelle Optimierung naturschutzfachlich aufgewertet werden.

Wandernde Amphibien profitieren, wenn im Frühjahr und Spätsommer in der Nähe von Gewässern nicht gepflügt wird. Nichtwendende Bodenbearbeitung, wie Grubbern, reduziert die Tötungsgefahr der Tiere, da sie nicht in tiefere Bodenschichten vergraben werden.

Die im Grünstreifen (UG Westgrenze) vorhandenen drei Kleingewässerstellen künstlichen Ursprungs, die durch das Oberflächenwasser der Äcker gespeist werden, führen temporär Wasser. Sie wurden im Februar 2020 von holzigem Aufwuchs am Gewässerrand freigestellt. Der Grund der Gruben ist verschlammt, deshalb sollten sie ausgebaggert werden. Bei den nächsten anfallenden Schnittmaßnahmen (Winter 2020) sollte ein Teil der Feldgehölze zum befestigten Feldweg, zur Förderung des Lichteinfalles gerodet werden. Die Gewässerränder könnten anschließend mit Wildstauden, die an wechselnde Wasserstände angepasst sind (Blutweiderich, Sumpfschwertlilie etc.) bepflanzt werden.

Kleingewässer im westlichen UG

Ökologische Aufwertungsmaßnahmen auf der Ackerfläche ("in-crop") 

Die unten aufgeführten Aufwertungsmaßnahmen auf der agraren Fläche können den Landwirten alleine auf der Basis von Empfehlungen angetragen werden. Es handelt sich dabei um freiwillige Maßnahmen, die sich auf Niederertragsstandorten (z.B. Anlage von Lerchenfenstern) und in Randlagen der Äcker (z.B. Einsaat von Blühstreifen) als zielführend erweisen können.

Die Förderung von Ackerwildkräutern durch Verzicht auf Striegeln ist besonders auf Schlägen mit geringerem Beikrautdruck sinnvoll. Die Wildkräuter dienen Feldvögeln und Feldhasen als Deckung, Nahrung, Sitz- oder Singwarten und als Nestpflanzen.

Späte Stoppelbearbeitung auf Stoppelbrachen (nach dem 15.8.): Einige seltene Ackerwildkräuter blühen erst im Sommer zur Ernte und bilden danach auf der Stoppel reife Früchte aus. Wenn die Bodenbearbeitung erst im Herbst erfolgt, können sie noch aussamen.

Extensive Lichtäcker

1) In Getreidebeständen mit Teilflächen ohne Einsaat haben Ackerwildkräuter mehr Licht und weniger Konkurrenz.

2) Viele wild lebende Tiere und Pflanzen finden in „dünn“ stehenden Kulturbeständen gute Lebensbedingungen, vor allem konkurrenzschwache Ackerwildkräuter, Feldhasen und Feldvögel. 

Buntbrachen und Blühstreifen

Auf Blühflächen finden Rebhühner und andere Feldvögel sichere Brutplätze, Feldhasen und Insekten bieten sie Nahrung und Rückzugsraum. Darüber hinaus bereichern sie das Landschaftsbild. 

Um Florenverfälschungen zu vermeiden darf nur regionalisiertes, zertifiziertes Saatgut in die freie Landschaft eingesät werden. Eine Förderung erfolgt über die Ausweisung von Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) mit einem Gewichtungsfaktor von 1,0 bis 1,5. 

Kulturen und Fruchtfolge

Anbau alter Kulturpflanzenarten und Sorten fördern die genetische Vielfalt und verbessern die Lebensraumeignung wild lebender Tier- und Pflanzenarten, da sie meist weniger ertragreich sind und vielfältig strukturierte, lichte Bestände bilden (Bei Getreide z. B.: Emmer, Einkorn, Dinkel).

Mischkulturen / Gemengeanbau: z.B.: Erbse mit Getreide oder Ackerbohne mit Mais. Förderung im Rahmen des Greenings als Untersaat mit einem Gewichtungsfaktor von 0,3.

Vielfältige Fruchtfolge: Die Ansprüche der Tiere und Pflanzen an ihre Lebensräume sind sehr verschieden. Der Anbau mehrerer Fruchtarten mit unterschiedlichen Aussaat- und Erntezeiten sowie Wachstumsverläufen ermöglicht eine hohe Artenvielfalt.

Als individuelle Leistungen im Acker können Getreidestreifen über den Winter stehen gelassen werden. Sie schaffen ein zusätzliches Deckungs - und Nahrungsangebot für viele Tierarten, und Erhalten Strukturen zur Überwinterung von Larvalstadien.

Feldlerchen

"Die Feldlerche ist ein Brutvogel der Agrarlandschaft. Sie nutzt Äcker und Wiesen als Nist- und Nahrungshabitat und zieht an diesen Standorten ihre Brut auf. Ihre Bestände sind in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Eine Ursache dafür ist der zunehmende Anbau von Wintergetreide gegenüber Sommerungen. Wintergetreide steht im Frühjahr so dicht, dass es die Nahrungssuche der Feldlerche erschwert, mit der Folge, dass nur noch eine von bis zu drei Bruten möglich ist. Der europäische Agrarvogelindikator zeigt einen Rückgang der Gesamtbestände von Agrarvögeln um 52 % seit 1980. Populationsrückgänge sind bei Feldlerche, Wiesenpieper, Rebhuhn und Braunkehlchen massiv."

(www.Landwirtschaft-Artenvielfalt.de, Internet, Stand 23.04.2020 und Cimiotti; Hötker; Schöne; 2011). 

Feldlerchenfenster sind künstlich angelegte Fehlstellen in dichten Ackerbeständen, von denen Offenlandarten wie Feldlerche, Rebhuhn und Feldhase profitieren. Ihre Anlage erfolgt in Verbindung mit Nahrungshabitaten: Blühstreifen, blühende Ackerraine und Säume im UG.

"Mit dem Lerchenprojekt haben die Landwirte die Möglichkeit, die Feldlerche zu schützen und dabei trotzdem gute Erlöse zu realisieren. Dies ist einerseits möglich durch das Anlegen der Lerchenfenster in Niederertragszonen – andererseits durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Vermarktungskette mit einem regionalen Müller und Bäcker und dem Erzielen eines fairen Marktpreises.“

(www.lerchenbrot.de/index.html; Stand: 20.05.2020).

Reb- u. Obstzeilen-Mischung

"Vorwiegend wird die Samenmischung zur Begrünung der Streifen zwischen Rebzeilen oder Obstanlagen eingesetzt. Sie bietet Schutz vor Bodenabschwemmung und erleichtert die Befahrbarkeit bei ungünstiger Witterung. Auch die Funktion als Lebensraum für viele Nützlinge im Wein und Obstanbau sind wichtige Aufgaben der Grünstreifen. Die Streifen sind mahdverträglich. Die Mischung setzt sich aus zahlreichen, eher niederwüchsigen Arten zusammen und wird max. 60 cm hoch. Damit sind Lichtgenuss und Durchlüftung für die Weinstöcke und Obstreihen gegeben."

Auf den Spalierobstflächen des Obsthofes Zirker im UG, empfiehlt sich die Obstzeilbegrünung durch Untersaat der Obstzeilen mit der Reb- und Obstzeilmischung von Rieger und Hofmann. In die Spaliere können Nistklötze für Mauerbienen, den frühesten Bestäubern im Obstbau, gehängt werden. Sie sollten sauber angebohrt mit 6 - 9 mm großen Bohrungen versehen sein.

(www.rieger-hofmann.de; Stand: 20.05.2020).

Quellen

(www.Landwirschaft-Artenvielfalt.de, Internet, Stand 23.04.2020 und vgl. Infoblatt „Lerchenfenster Kleine Saatlücken Mit Grossem Nutzen“; Cimiotti, D. Hötker, H. & Schöne, F. (2011): Projekt „1000 Äcker für die Feldlerche“. Naturschutzbund Deutschland e. V. in Kooperation mit dem Deutschen Bauernverband) .

(https://www.rieger-hofmann.de; Stand: 06.05.2020).

(https://www.lerchenbrot.de/index.html; Stand: 20.05.2020).

Wiesenmargerite in Grünstreifen

Monitoring

Durch Monitoring soll ermittelt werden, wie gut die Maßnahmen greifen, in Hinblick auf die einzelnen Biotope und das gesamte Gebiet. 

Im Frühjahr 2020 soll mit für die zuvor über die Kartierungen und deren Auswertung abgeleiteten Aufwertungsmaßnahmen (z.B. Anschneiden von Böschungskanten, Einbringen von Stein- und Totholzhaufen, Ansitze, Brutkästen, andere Nisthilfen, Änderung des Pflegeregimes auf Freiflächen etc.) mit der Umsetzung begonnen werden.

Durch gezieltes Monitoring soll ermittelt werden, wie gut die Maßnahmen greifen, sowohl im Hinblick auf das jeweilige Maßnahmen-Biotop als auch im Hinblick auf die Artenvielfalt des gesamten Gebietes.

Das Monitoringkonzept soll aufzeigen welche Tiergruppe im Hinblick auf die Zielerreichung mit welchen Methoden erfasst werden sollen, gleiches gilt für die Vegetation. 

Zunächst soll eine Grundlagenerfassung im UG stattfinden. Es werden die Vegetation und verschiedene Tiergruppen mit unterschiedlichen Biotopanforderungen erfasst. 

Blattschneiderbiene (Megachile sp.)

Beim Monitoring kommen artengruppenspezifisch unterschiedliche Erfassungsmethoden zum Einsatz. Die Erfassung der Vögel erfolgt nach den einschlägigen Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands für das Gesamtgebiet. Die Bedeutung der Region für Zugvögel kann durch den im Projekt beauftragten Ornithologen in geringerem Umfang mitberücksichtigt werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass nach bisherigen Erkenntnissen und der Rücksprache mit Ornithologen das Thema Zug- und Rastvögel im Untersuchungsgebiet von stark untergeordneter Bedeutung ist. Die biodiversitätsfördernden Maßnahmen, die durchgeführt werden sollen, werden potentiellen Zug- und Rastvögel in keinem Fall zum Nachteil gereichen.

Von entscheidender Bedeutung ist, wie bei anderen Tiergruppen auch, der Reproduktions-Erfolg, der durch gezielte biotopfördernde Maßnahmen gesteigert werden soll. Die Erfassung der Reptilien erfolgt durch Begutachtung relevanter Biotope zu entsprechenden Jahreszeiten, wobei adulte und juvenile Entwicklungsstadien erfasst werden. Tagfalter werden über Sichtbeobachtungen und Kescher Fänge an Maßnahmenflächen qualitativ und quantitativ erfasst. Laufkäfer und Spinnen werden mittels Barber-Fallen schwerpunktmäßig auf Maßnahmenflächen erfasst.

Schwalbenschwanz (Papilio machaon) 

Wespenspinne (Argiope bruennichi)

Gemeiner Rosenkäfer (Cetonia aurata)

Die Erfassung soll im ersten Jahr flächendeckend und qualitativ erfolgen. D.h. es werden möglichst viele im Gesamtgebiet vorkommende Arten der jeweiligen Tiergruppe erfasst. Die Erfassung soll darüber hinaus die für die jeweilige Artengruppe im UG vorhandenen relevanten Strukturen erfassen, mit dem Ziel, zukünftig zu realisierende Aufwertungsmaßnahmen vorzubereiten.

Partner beim Monitoring

Die Brutvogelvorkommen werden durch LASIUS (Büro des Dipl.-Biol. Mark Schönbrodt) erfasst.

Wildbienenuntersuchungen werden von IFAUN (Büro von Dipl. Geogr. Ronald Burger) ausgeführt.

Das Spinnen-Monitoring setzt das Büro für Faunistisch-ökologische Gutachten (Dipl.-Biol. Dr. Karl-Hinrich Kielhorn) um.

Die Untersuchung der Laufkäfer wird von Dipl.-Biol. Matthias Kitt realisiert.

Das Reptilien-Monitoring führt das Büro Natur Südwest durch die Dipl.-Umweltwissenschaftlerin Annalena Schotthöfer und den Umweltbiowissenschaftler Alexander Konrath aus.

Die Tagfalter-Untersuchungen werden durch das Büro Natur Südwest durch die Dipl.- Umweltwissenschaftlerin Annalena Schotthöfer umgesetzt.

Erdkröte (Bufo bufo)

Aufwertungs-maßnahmen

GIS

Im Rahmen des Projekts werden mit Hilfe von GIS Landschaftselemente und -strukturen im Untersuchungsgebiet dokumentiert und in digitalen Karten aufbereitet.

Der "Blick von oben" ermöglicht Aufwertungsmaßnahmen im Sinne der Vernetzung von Einzelstrukturen besser planen zu können. Die umgesetzten Maßnahmen werden wiederum im GIS verortet / dokumentiert. Somit können die Änderungen im Untersuchungsgebiet über die Zeit dargestellt werden. Die Flächen auf denen die einzelnen Tiergruppen gemonitort / erhoben werden, werden auch georeferenziert im GIS eingebunden und somit können Bestandsentwicklungen mit den jeweiligen Flächen verknüpft und ausgewertet werde.

Die Daten werden, soweit es sich nicht um vertrauliche Daten handelt, im Laufe der Zeit in eine Webmap integriert. Diese ist auf dieser Webseite abrufbar:

WebApp starten

Schwerpunktgebiete im GIS

Monitoring

Öffentlichkeits-
arbeit

Ein Projekt wie dieses kann nicht im "luftleeren Raum" existieren. Es benötigt Unterstützung und Partner und muss diverse Vorbehalte ausräumen.

Am Anfang eines Projektes steht eine Idee, aber direkt im Anschluss daran beginnt die Öffentlichkeitsarbeit. Eine erfolgreiche Kommunikation ist unerlässlich, wenn es darum geht Partner zu gewinnen und Unterstützung einzuwerben.

Für das EFA-Projekt wurde eine zweistufige Kommunikationsstrategie gewählt. Ziel der ersten Stufe war es, in überschaubarem Rahmen, Partner und Unterstützer zu gewinnen und schließlich die ersten Maßnahmen durchzuführen und vorzeigbare Resultate zu erzielen. In der zweiten Stufe soll das Projekt schließlich über die Grenzen der Projektgruppe hinaus getragen und einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

Stufe 1 - Partner & Landwirte

Als grundsteinlegende Erstmaßnahmen wurden Infoveranstaltungen für Landwirte aus der Region gewählt. Auf den Treffen vom 10.12.2019 und vom 05.02.2020 (jeweils im Haus der Begegnung, Herxheim) wurde das Interesse von Landwirten geweckt und die ersten Unterstützer eingeworben.

In Zukunft sollen mit weiteren Infoveranstaltungen und in Einzelgesprächen weitere Partner gewonnen werden. Um dies zu unterstützen und um das Interesse an der weiteren Mitarbeit zu fördern, werden auf regelmäßigen Projekttreffen Fortschritte dokumentiert und Ergebnisse kommuniziert.

Workshops werden für die die Koordination von Maßnahmen und Beratung der Landwirte übernehmen.

Rotkehlchen (Erithacus rubecula) 

Stufe 2 - Breite Öffentlichkeit

Die Auftaktveranstaltung am 07.07.2020 wird den Beginn für eine breiter aufgestellte Informationskampagne darstellen. Ihr Ziel ist es Menschen über die Grenzen der Projektgruppe und der Landwirte hinaus zu erreichen. Um die Reichweite des Projekts dauerhaft zu erhöhen wurden unter anderem Vertreter aus Politik und Presse eingeladen.

Selbstverständlich ist auch diese Webseite ein Teil dieser PR-Strategie. Sie wird als zentrale Informationsplattform für Landwirte, Öffentlichkeit und das interessierte Sachpublikum dienen. Während die Hintergründe und Methoden das generelle Konzept des Projektes vorstellen, werden Ergebnisse und aktuelle Entwicklungen im Projekttagebuch kommuniziert.

In Zukunft werden der interessierten Öffentlichkeit weitere Informationen in Form von Vortragsabenden und Exkursionen angeboten. Als unterstützende Aktion werden im Untersuchungsgebiet Informationstafeln über die durchgeführten Maßnahmen und ihren Nutzen aufgestellt - sie sollen Passanten informieren und Interesse wecken.

Raupe des Schwalbenschwanz
(Papilio machaon) 

GIS

Bei der "Effizienten Förderung der Artenvielfalt in ackerbaulich genutzten Landschaften" (EFA) geht es darum nachzuweisen, dass auf wenigen verfügbaren Freiflächen (Zwischenflächen ohne Ackerstatus) durch die intelligente Planung und Umsetzung von sehr speziellen, aber gleichzeitig kostengünstig zu realisierenden Maßnahmen der Biotopaufwertung und Biotopvernetzung ein deutlich messbarer Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt in ackerbaulich intensiv genutzten Gebieten geleistet werden kann.

Hier erfahren Sie eine Menge über die Methoden mit denen die Projektpartner arbeiten und wie die definierten Ziele erreicht werden sollen. Wählen Sie einfach einen Artikel aus dem Menü oder klicken sie unten auf den "Vorspulen"-Knopf. 

Widescreen-Aufnahme einer Staffelmahd

Aufwertungs-
maßnahmen